Zivilcourage Preis

5.000 Euro für regionale Einrichtungen Bürgerstiftung EmscherLippe-Land zeichnet Corona-Helden aus

Sich für seine Mitmenschen einzusetzen, auch wenn dabei vielleicht eigene Nachteile in Kauf genommen werden müssen, ist keine Selbstverständlichkeit. Umso wertvoller ist das Engagement, das wir während der Corona-Krise erleben durften. Das hat die Bürgerstiftung EmscherLippe-Land zum Anlass genommen, den Zivilcourage-Preis 2020 an die Heldinnen und Helden der Corona-Pandemie zu verleihen. 

„Insgesamt haben uns 19 Bewerbungen erreicht, die alle durch besonderes Engagement geprägt waren. Es hat uns tief beeindruckt, wie viele Menschen sich auf verschiedenste Art und Weise für ihre Mitmenschen einsetzen und füreinander da sind“, so Ludger Suttmeyer, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung.  Aus diesem Grund hat die Jury entschieden, alle 19 Bewerber für ihren Einsatz während der Corona-Pandemie auszuzeichnen, denn es war eine nur schwer lösbare Aufgabe zu entscheiden, warum ein Engagement mehr Anerkennung verdienen soll als das andere – steht doch jede einzelne Bewerbung für Gemeinschaft, Fürsorge und Menschlichkeit. Ursprünglich war geplant, den Preisträgern im Rahmen einer Prämierungsveranstaltung gemeinsam mit dem Schirmherr Joe Bausch persönlich zu danken.

Doch leider lässt dies die immer noch andauernde Corona-Krise nicht zu. Aus diesem Grund hat die Bürgerstiftung die Engagierten mit einem Präsentkorb, gesponsert von der Firma Stolzenhoff aus Lünen, sowie persönlichen Zeilen von Joe Bausch überrascht. 

Joe Bausch
Schirmherr des Projektes

Das ausgelobte Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro wird, wie auch bei dem Zivilcourage-Preis 2019, an ausgewählte, gemeinnützige Einrichtungen weitergegeben. „Damit das aber bei 19 Preisträgern nicht zu kompliziert wird, haben wir stellvertretend drei Einrichtungen benannt, die die Spendenempfänger ausgewählt haben: die Engagierten des Corona-Testcenters in Waltrop, den Verein „DJK Sportfreunde Datteln“ sowie das Kinder- und Jugendparlament in Oer-Erkenschwick“, erklärt Ralf Jorzik, ebenfalls Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung. 

Folgende Institutionen und Vereine dürfen sich jetzt über Spenden freuen: 

  • Stiftung Kinderglück, Schulranzen-Projekt Waltrop (1.500 Euro)
  • Kleine Oase, Datteln (1.000 Euro)
  • DJK Sportfreunde Datteln (500 Euro)
  • Der Laden, Waltrop (500 Euro)
  • Hilfe bei Frauenkrebs Datteln e.V. (500 Euro)
  • Der Laden, Oer-Erkenschwick (500 Euro)
  • Joe e.V., Oer-Erkenschwick (500 Euro)

„Unser Zivilcourage-Preis steht für Menschlichkeit und couragiertes Handeln. Insbesondere in der aktuellen Situation ist es noch bedeutsamer, auf seine Mitmenschen Acht zu geben. Wir freuen uns, dass so viele berührende Geschichten mit uns geteilt wurden.“ so Ludger Suttmeyer. 

Die eingegangen Vorschläge und Bewerbungen zeigen vielfältiges Engagement: Angefangen von den Menschen, die an vorderster Front in Arztpraxen, Krankenhäusern oder Corona-Testzelten gegen die Pandemie kämpfen, über Vereine, die in der schwierigen Zeit über sich hinaus gewachsen sind, um für Ihre Mitglieder da zu sein, aber auch zahlreiche Einzelpersonen, die anderen Hoffnung geschenkt haben bis hin zu verschiedenen Organisationen, die kurzfristig kreative Hilfsprojekte ins Leben gerufen haben.

Zivilcourage-Preis 2020 der Bürgerstiftung EmscherLippe-Land

Annika Wember, Recklinghausen

Annika Wember ist selbst Arzthelferin einer Hausarztpraxis in Recklinghausen und hat für den Zivilcourage-Preis alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in hausärztlichen Arztpraxen vorgeschlagen. Seit mehr als 10 Monaten arbeiten die Praxismitarbeiter/innen am Limit und darüber hinaus. Sie sind Ansprechpartner Nummer 1 wenn es um das Thema Corona geht. Trotz der direkten Infektionsgefahr für die eigene Person sind sie Tag für Tag für die Patienten mit Herz und Verstand da. 

KFH-Gesundheitszentrum, Recklinghausen

Das medizinische Versorgungszentrum betreut unter der Leitung von Frau Dr. Brigitta Hofebauer-Mews Dialyse- und Transplantationspatienten – allesamt Corona-Risikopatienten. Dabei hat die Praxis ein hervorragendes Hygienekonzept eingeführt, das weit über das erforderliche Maß hinausgeht. Das Hygiene-Team, geführt von Dr. Stefan Hofebauer, arbeitet vorausschauend und entwickelt das Hygienekonzept ständig weiter. Dank der vorbildlichen Umsetzung durch alle Praxismitarbeiter hat es dort bis zum heutigen Tag noch keinen Fall von Covid-19 gegeben. Trotz der aktuellen Mehrbelastung sowie dem selbst ausgesetzten Risiko ist das gesamte Team mit Fürsorge und Freundlichkeit für die Patienten da.

Schülervertretung des
Comenius Gymnasiums, Datteln

Die Schülervertretung des Comenius Gymnasiums hat sich während der Corona-Krise in vorbildlicher Weise für die Umsetzung und Einhaltung der Hygieneregeln stark gemacht. Sie riefen im August, als die Maskenpflicht im Unterricht vorübergehend ausgesetzt wurde, zum freiwilligen Tragen der Masken auf und gingen mit gutem Beispiel voran – trotz Gegenwind aus den sozialen Medien. 

Britta Linka, Datteln

Britta Linka erreichte im April eine Anfrage vom Lions-Club, ob sie für hilfsbedürftige Menschen Alltagsmasken nähen würde. Sie hat nicht lange überlegt und ab diesem Tag lief die Nähmaschine heiß. Mit der Hilfe ihrer Schwestern, die beim Ausschneiden, Bügeln und Einziehen des Gummizugs geholfen haben, sind in kurzer Zeit etwa 1.000 Alltagsmasken entstanden, die an der Dattelner Kinderklinik zum Einsatz gekommen sind und dort die Besuche für die kleinen Patienten sicherer gemacht haben.

Dominik Lasarz, Datteln

Als Vorstandsmitglied des Sportvereins DJK Sportfreunde Datteln 2018 e.V. hat Dominik Lasarz „seinen“ Verein während der Coronazeit mit großer Umsicht, Empathie und viel persönlichem Engagement geleitet. Dabei hatte er immer ein offenens Ohr für die Mitglieder und war für viele von ihnen ein Anker in der stürmischen Zeit. 

Elke Beermann, Waltrop

Als Geschäftsführerin und Trainerin des TV-Einigkeit in Waltrop hat Elke Beermann sich während der Corona-Pandemie trotz des enormen Arbeitsaufwandes um ein digitales Sportangebot für die Vereinsmitglieder gekümmert. Nach dem Lockdown im Frühjahr hat sie sich um die Umsetzung der Hygienemaßnahmen für die sichere Wiederaufnahme des Trainings gekümmert. Sie hat den Vereinsmitgliedern gezeigt, dass man aus schwierigen Zeiten das Beste machen muss und ist damit für viele ein Vorbild.

Heike Sprenger, Mitarbeiter/innen des Corona-Testcenters, Waltrop

Heike Sprenger arbeitet neben Ihrer Tätigkeit als medizinische Fachangestellte in dem Covid-19-Testcenter in Waltrop und hat alle dortigen Mitarbeiter/innen für den Zivilcourage-Preis vorgeschlagen. Sie und Ihre Kollegen/Kolleginnen kämpfen während der Corona-Krise in dem Testcenter in Waltrop an vorderster Front. Trotz der Mehrbelastung, den erschwerten Arbeitsbedingungen und dem selbst ausgesetzten Risiko, bleiben sie stets souverän und freundlich. 

Dr. Felix Gahlen, Datteln und Waltrop

Dr. Felix Gahlen kämpft während der Corona-Krise an vorderster Front und engagiert sich zusätzlich zu seinen eigenen Praxen und seiner Tätigkeit als Notarzt noch für das Corona-Testcenter in Waltrop. Trotz der Mehrbelastung und dem selbst ausgesetzten Risiko ist er immer für seine Patienten da. 

Patricia Schmitz, Datteln

Patricia Schmitz hat sich während der Corona-Pandemie trotz des enormen Arbeitsaufwandes um ein digitales Sportangebot für die jungen Rollkunstläufer des TV Datteln 09 gekümmert. Durch die Online-Trainings hat sie den Kindern nicht nur Abwechslung geboten, sondern war mit ihrem Verständnis auch ein großer Halt für die Kleinen. 

Michaela Bürger für das Kinder-und Jugendparlament, Oer-Erkenschwick

Das Kinder- und Jugendparlament in Oer-Erkenschwick wird von Michaela Bürger betreut. Dieses KiJuPa hat in der schweren Zeit des Lockdowns mehrere Projekte gestartet, um Menschen schnell und unbürokratisch helfen zu können: 

Einrichtung eines Pop Up Working Space für Jugendliche, eine Hotline für Jugendliche, Singen in Altenheimen oder Alltagshilfen für Ältere. Dadurch hat das KiJuPa einen wertvollen Beitrag geleistet, um für die Menschen in dieser schweren Zeit da zu sein

Lisa Szumigala, Herten 

Mit ihrer Plätzchenaktion hat Lisa Szumigala fast 8.000 Euro Erlös für das Therapiezentrum Hof Feuler in Marl erzielt, das aufgrund fehlender Einnahmemöglichkeiten während der Corona-Krise auf finanzielle Hilfe angewiesen war. Darüber hinaus hat diese Aktion allen Beteiligten eine Aufgabe und Hoffnung in der schweren Zeit gegeben. 

Foto „Hertener Allgemeine“

Jutta Timpe, Lünen

Als Organistin in der Kirchengemeinde St. Georg in Lünen hat Jutta Timpe während der Corona-Pandemie mit selbst erstellten Videos täglich vielen Menschen Freude bereitet. Das „Lied des Tages“ – mal kirchlich, mal jahreszeitlich – gespielt am Klavier, mit dem passenden Text per E-Mail wurde zum Mutmacher während der schweren Zeit des Lockdowns im Frühjahr 2020. 

Lenner Online Marketing, Oer-Erkenschwick

Als es im März zum Lockdown aller Geschäfte kam, hat die Firma Lenner Online Marketing durch die schnelle Einführung des kostenlosen Online-Portals www.RE-liefert.de vielen Unternehmen geholfen. Neben der technischen Betreuung des Portals wurde auch auf den Facebook-Seiten kostenlose Werbung für die Lieferdienste platziert. 

Kolpingfamilie Recklinghausen-Suderwich

Die Kolpingfamilie Recklinghausen-Suderwich hat in der schweren Zeit des Lockdowns im März gleich mehrere Projekte gestartet, um Menschen schnell und unbürokratisch helfen zu können: Für Senioren gab es eine Notfallnummer für Besorgungen, für die Tafel gespendete Hygienemittel und zu Ostern wurden selbstgestaltete Osterkerzen an die Mitglieder verteilt sowie Ostergrüße an einsame Menschen in Seniorenheimen. Damit hat die Kolpingfamilie einen wertvollen Beitrag geleistet, um für ältere und hilfsbedürftige Menschen während der Corona-Pandemie da zu sein.